Samstag, 31. Dezember 2016

Rezension: GEOlino extra Hör-Bibliothek – Abenteuer Erde und Weltall

Die GEOLINO-Box Abenteuer Erde und Weltall enthält die beliebten Wissensabenteuer Welt der Ozeane, Abenteuer Erde, Sterne und Planeten und Das Universum. In spannend produzierten Hörspielen nimmt Wigald Boning uns mit auf eine Reise zu den extremsten Lebensräume der Welt: von der glühend heißen Wüste über die frostige Antarktis und die Tiefen der Ozeane bis ins Weltall.

In der Hauptrolle: Wigald Boning als Wissensexperte

(4 CDs, Laufzeit: 3h 37)


Wenn diese CD's laufen sind meine Jungs mucksmäuschen still und bewegen sich keinen Millimeter.

Spannendes Wissen wurde hier genial zusammengestellt und Wigald Boning sowie alle anderen Sprecher verstehen es dieses Wissen sehr gut herüber zubringen. Und nicht nur die Kinder lauschen, nein, auch Papa & Mama können noch eine Menge lernen.

Es sind 4 CD's, die sich mit dem Universum, unser Erde, Vulkanen und den Ozeanen beschäftigen. 
Das Set kostet 19,99 € und ist wirklich sehr empfehlenswert. Sehr gut für längere Autofahrten.

*WERBUNG: DAS HÖRBUCH WURDE MIR FREUNDLICHERWEISE VOM RANDOMHOUSE VERLAG ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. HERZLICHEN DANK !

Samstag, 24. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 24.Dezember

Ein Kind saß auf dem Schoss seiner Mutter und wollte etwas von Weihnachten hören.Da erzählte die Mutter von Weihnachten im Stall.Das war ein Weihnachten vor langer Zeit und in einem fernen Land, doch das Kind sah alles vor sich, als wäre es daheim geschehen, im Stall auf dem Hof. Die Mutter erzählte: 

An einem Abend vor langer Zeit, da kamen ein Mann und eine Frau in der Dunkelheit ihres Weges daher. Sie waren weit gewandert, und darum waren sie müde und wollten schlafen, wussten aber nicht, wo. Überall auf den Höfen waren die Lichter erloschen. Die Menschen dort schliefen schon, und keiner kümmerte sich um die Wanderer, die noch unterwegs waren. Dunkel und kalt war es an diesem Abend vor langer Zeit. Kein Stern leuchtete am Himmel. Da fing die Frau an, verzweifelt zu beten: HERR, es ist schon dunkel. Mein Mann und ich sind weit gewandert und von der Wanderung müde und erschöpft. Wir suchen eine Herberge, in der wir heute Abend schlafen können. Aber alle Menschen auf den Höfen schlafen schon und kümmern sich nicht um uns. HERR, hilf uns. Als die Frau dies gesprochen hatte, erleuchtete ein helles Licht vor Ihnen: Ich bin der Engel der Gerechtigkeit! Gott hat euch erhört und sandte mich zu euch. Geht diesen Weg entlang. Dort werdet ihr einen Stall finden.Da fanden die Wanderer am Weg einen Stall. Der Mann öffnete die Tür und leuchtete mit seiner Laterne hinein. Ob dort drinnen wohl Tiere waren? Denn wo Tiere schlafen, da ist es warm, und die beiden Wanderer froren und waren müde. Ja, im Stall waren Tiere, und schliefen schon. Die Frau und der Mann legten sich zu den Schafen und schliefen ein. Dann senkte sich die Nacht still über alle, die darin waren. Als die Nacht aber am dunkelsten war, da erklang in der Stille der erste Schrei eines neugeborenen Kindes. Und zur selben Stunde flammten am Himmel alle Sterne auf. Ein Stern aber war größer und heller als die übrigen. Genau über dem Stall stand er und leuchtet mit klarem Schein. Auch Hirten, die in der Nacht ein paar Schafe heimholten, sahen den Stern über dem Stall, sie sahen den ganzen Himmel in Licht erstrahlen. Kommt, sagten sie, lasst uns gehen und sehen, was sich zugetragen hat. Und sie eilten auf beschneiten Pfad heim mit ihren Schafen und Lämmern. Und im Stall fanden sie ein neu geborenes Kind, das lag in den Armen seiner Mutter. Der Stern leuchtete um des Kindes Willen, sagten die Hirten. Nie zuvor wurde ein Kind geboren in unserem Stall.So ging die Nacht dahin. Das Kind sollte schlafen, doch im Stall gab es weder Wiege noch Bett. Nur eine Krippe gab es dort. Da hinein bettete es die Mutter.


Das Kind schlief in der Krippe, ringsum standen stumm die Tiere und die Hirten. Alles war ganz still. Und über dem alten Stall leuchtete der Weihnachtsstern, der auch der Engel der Gerechtigkeit gewesen sein könnte. Denn als dies geschah, war es Weihnachten. 

Ein Weihnachten vor langer Zeit. Das erste Weihnachten. 

(Astrid Lindgren: Weihnachten im Stall)

Hier findet ihr meinen gesamten Adventskalender: Wunderschöne Weihnachtszeit

Freitag, 23. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 23.Dezember


Es war einmal eine alte Frau, der hatte der liebe Gott versprochen, sie heute zu besuchen. Darauf war sie nun natürlich nicht wenig stolz. Sie scheuerte und putzte, buk und tischte auf. Und dann fing sie an, auf den lieben Gott zu warten.

Auf einmal klopfte es an die Tür. Geschwind öffnete die Alte, aber als sie sah, dass draußen nur ein armer Bettler stand, sagte sie: »Nein, in Gottes Namen, geh heute deiner Wege! Ich warte eben gerade auf den lieben Gott, ich kann dich nicht aufnehmen!« Und damit ließ sie den Bettler gehen und warf die Tür hinter ihm zu.

Nach einer Weile klopfte es von neuem. Die Alte öffnete diesmal noch geschwinder als beim ersten Mal. Aber wen sah sie draußen stehen? Nur einen armen alten Mann. »Ich warte heute auf den lieben Gott. Wahrhaftig, ich kann mich nicht um dich kümmern!« Sprach's und machte dem Alten die Tür vor der Nase zu.

Abermals eine Weile später klopfte es von neuem an die Tür. Doch als die Alte öffnete - wer stand da, wenn nicht schon wieder ein zerlumpter und hungriger Bettler, der sie inständig um ein wenig Brot und um ein Dach über dem Kopf für die Nacht bat. »Ach, lass mich in Ruhe! Ich warte auf den lieben Gott! Ich kann dich nicht bei mir aufnehmen!« Und der Bettler musste weiterwandern, und die Alte fing aufs neue an zu warten.

Die Zeit ging hin, Stunde um Stunde. Es ging schon auf den Abend zu, und immer noch war der liebe Gott nicht zu sehen. Die Alte wurde immer bekümmerter. Wo mochte der liebe Gott geblieben sein? Zu guter Letzt musste sie betrübt zu Bett gehen. Bald schlief sie ein. Im Traum aber erschien ihr der liebe Gott. Er sprach zu ihr: »Dreimal habe

ich dich aufgesucht und dreimal hast du mich hinausgewiesen!«

Von diesem Tage an nehmen jene, die von dieser Geschichte erfahren haben, alle auf, die zu ihnen kommen. Denn wie wollen sie wissen, wer es ist, der zu ihnen kommt? Wer wollte denn gern den lieben Gott von sich weisen?

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Donnerstag, 22. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 22.Dezember

NEUES ENTSTEHT

Warum tut Gott denn nichts? Manchmal denke ich das, wenn ich die Tagesschau sehe. So viel Elend und Verzweiflung. Warum tut Gott denn nichts? In der Kinderkirche beten Kinder, dass ihr Vater aufhört zu trinken. Aber nichts geschieht. Ist es ihm egal, wie ängstlich und traurig sie sind?

Es ist schwer zu verstehen, dass Gott nicht eingreift, dass er die Welt nicht verändert. Besser macht.

Aber nun erzählt mir eine Woche vor Weihnachten die Bibel eine Geschichte, in der Gott eingreift. Allerdings nicht so, dass er die anderen verändert. Es ändert sich auch nicht alles mit einem Schlag. Nur eine junge Frau verändert sich. Genauer gesagt – sie wird verändert. Von Gott. Für sie und bei ihr verändert sich alles. Und genau da fängt dann etwas ganz Neues an.

Die Geschichte ist heute in den evangelischen Gottesdiensten für die Predigt vorgesehen. Zu Maria, einer sehr jungen, unverheirateten Frau kommt ein Engel. Ein Bote von Gott. Er kündigt ihr an, dass sie ein Kind auf die Welt bringen wird. Ein Gotteskind. Den Sohn Gottes. Den Heiland, auf den alle warten und der alles verändern und die Welt zu einem besseren Ort machen wird.

Und Maria? Maria lässt sich vom Engel etwas sagen. Sie sagt nicht: Such dir eine andere! Eine, die verheiratet ist, für die das normal ist, ein Kind zu kriegen. Nimm eine, die so einem wichtigen Kind eine ordentliche Familie bieten kann und eine angemessene Erziehung. Maria antwortet nicht: Ich habe andere Pläne, ich kann das nicht, und was werden die Leute sagen. Könnte man ja verstehen in so einer Situation. 

Maria sagt nicht, warum gerade ich. Sie sagt: „Es soll an mir geschehen, wie Du gesagt hast!“ Natürlich hat sie sich gefragt, wie das sein kann, wo sie doch mit keinem Mann geschlafen hat. Aber dann merkt sie: Auch so eine Frage heißt im Grunde bloß: Das kann ja gar nicht sein. Lass mich in Ruhe mit dem Gerede.

Es geht in dieser Geschichte nicht um Biologie. Die Geschichte will nur eins. Sie will sagen: Hier begreift eine junge Frau, wenn sich die Welt verändern soll, dann muss auch ich mich auf etwas einlassen, von dem ich noch nicht weiß, wie es wird. Dazu sagt sie Ja. Und dann ändert sich die Welt. Dann bringt sie ein Kind zur Welt, das die Menschen verändert. Längst nicht alle. Längst nicht alle sind so mutig wie diese Maria. Aber viele. Immerhin. Und wo Menschen sich verändern lassen von diesem Kind, da verändert sich die Welt. Nicht überall – leider. Aber doch hier und da.

Da setzen Menschen sich für den Frieden ein. Da helfen sie den Opfern. Und die Kinder, deren Vater zu viel trinkt? Die finden hoffentlich jemanden, der sich um sie kümmert und sie tröstet. Damit sie nicht allein sind mit ihrem Kummer.

(Kirche im SWR, von von Dr. Lucie Panzer, Stuttgart, Evangelische Kirche)

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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 21.Dezember


HEIL WERDEN


„Heilwerden heißt unsere Herzen zu öffnen, sie nicht zu verschließen. Die Stellen in uns, die die Liebe nicht einlassen wollen weich zu machen. Heilung ist ein Prozess. Beim Heilwerden schaukeln wir hin und her. Zwischen den Misshandlungen der Vergangenheit und der Fülle der Gegenwart. ...Es ist das Schaukeln, das die Heilung bewirkt. Nicht das Stehenbleiben an einer der beiden Stellen. Der Sinn des Heilwerdens ist nicht für immer glücklich zu werden, das ist unmöglich. Der Sinn der Heilung ist wach zu bleiben und sein Leben zu leben. Nicht bei lebendigem Leibe zu sterben. Heilung bedeutet gleichzeitig zerbrochen und ganz zu sein."

Nicht leicht, was da beschrieben ist, aber wahr! Das Herz zu öffnen, die Stellen in uns, die die Liebe nicht einlassen wollen, weich zu machen. Die Verhärtungen des Herzens aufzulösen. Das kann weh tun. Oft macht erst der Schmerz das Harte weich. Und dann kann der Schaukelprozess der Heilung beginnen. Bei dem es hin und her geht zwischen den Wunden der Vergangenheit und dem wohltuenden Vergessen in der Gegenwart. Beides muss also sein, sich den Wunden der Vergangenheit stellen und sie pflegen. Aber auch immer wieder die Finger von den Wunden lassen, sie ruhen lassen, damit sie heilen können. So bleibt man lebendig und die Wunden können nach und nach vernarben. Bis, mit der Narbe, das Schaukeln zur Ruhe kommt. Mit Wunden, die zwar nicht vergessen sind, die aber nicht mehr weh tun. Und mit einer neuen Lebensfreude, die zwar weniger euphorisch, dafür aber tiefer und wissender ist...


(Kirche im SWR, von von Dr. Peter Kottlorz, Rottenburg/N., Katholische Kirche)

Es ist so schön Menschen zu begegnen, die heil sind. Die eine positive Ausstrahlung haben, die heilsam wirken auf dich und andere. Solche Menschen schaffen es gleichermaßen andere Menschen mit Begeisterung anzustecken oder aber zur Ruhe kommen und sich angenommen und geliebt zu fühlen. Solchen Menschen möchte ich begegnen und solch ein Mensch möchte ich sein. Ich wünsche dir, dass du den Mut hast dich mit deinen Verletzungen auseinanderzusetzen und dein Herz heilen kann. Liebe Grüße und ganz viel Liebe und Vorfreude. Claudia

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Dienstag, 20. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 20.Dezember


Ein Lob auf das Loben

Ach, es ist so verdammt einfach, die Welt blöd zu finden. Die Bahn hat schon wieder Verspätung, der Kaffee ist absurd teuer. Und was hat der Typ bloß für ein unmögliches Hemd an! Es gibt nicht wenige Leute, die sich glücklich jeden Tag versauen, indem sie diese schmaläugigen Blicke auf ihre Umwelt werfen, auf der Lauer nach Dingen, die sie ärgern könnten. Das Wetter, das plärrende Kind - nervig.
Wir leben in einer Kritikgesellschaft. Bereits in der Schule geht's darum, Fehler anzustreichen: Nicht das Gelingen wird belohnt, sondern das Scheitern bestraft. Läuft was gut, scheint das nicht der Rede wert zu sein. Oder wie der Psychiater Fritz Simon sagt: "Nicht geschimpft ist gelobt genug."

Das es auch anders geht, habe ich gelernt, als ich für ein paar Monate nach Brooklyn zog. Die New Yorker sind Meister der Komplimente im Vorübergehen. "Great pedicure, Honey" sagt eine Frau beim Blick auf meine Füße und ist schon um die nächste Ecke verschwunden. "Excellent choice" meint der Buchhändler, wenn ich ihm den neuen Ian McEwan auf den Kassentisch lege. Dieses dauernde Loben war für mich zuerst ein Schock, die klassische deutsche Reaktion ein mißtrauischens "Was wollen die von mir?" Antwort: nichts. Die sagen nur, was ihnen gefällt. Und das macht allen gute Laune: Die, denen was schönes auffällt, freuen sich, die, denen es gesagt wird, noch viel mehr.

Seit Brooklyn habe ich mir angewöhnt, alles Schöne und Gelungene zu loben. Dafür gibt es täglich hundert Gelegenheiten. Eine Supermarktkassiererin sage ich: "Unglaublich, wie schnell Sie sind!", einer Frau im Café, was für tolle Schuhe sie trägt, einem Mann im Vorgarten, wie schön seine Rosen sind. Viele reagieren verunsichert, einige fühlen sich fast belästigt, aber die Mehrheit freut sich einfach, so wie ich. Denn erst mit freundlichem Blick auf die Welt stellt man fest wie großartig sie ist, wie viel täglich klappt, wie schön das Leben in all seinen Kleinigkeiten ist. Das bedeutet nicht, dass ich ständig mit seligem Lächeln durch die Straßen hüpfe. Bitte! ich bin Norddeutsche! Wir hüpfen aus Prinzip nicht. Aber das genaue Hinschauen (und das tollkühne Aussprechen, wenn man sich über etwas freut) sorgt für ein flauschiges Gefühl der Zufriedenheit, das sonst auf legalem Weg nur schwer zu erreichen ist. Müssen Sie mal probieren.

(Ein Text von Meike Winnemuth 
aus dem Adventskalender "Der andere Advent 2016")


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Montag, 19. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 19.Dezember


Heute ein Text aus dem Impulskalender von Eric Schreiner

Die Gemeinschaft, das Team, eine Gruppe - aber was macht eine Familie aus?
Nicht ausgesucht, sondern hineingeboren, mit Vorteilen und Verpflichtungen, mit besonderem Schutz und Ansehen. Aber was bedeutet mir die Familie? Wie selbstverständlich ist sie mir?

Was erwarte ich, was gebe ich?

Gerade die  Weihnachtszeit lädt uns ein sie wieder bewusst wahrzunehmen und über diese Fragen nachzudenken.Auch wenn an den Weihnachtsfeiertage nicht immer alles perfekt läuft: Schon Maria, Josef und das Jesuskind haben uns gezeigt, wie man in schwierigen Situationen zusammenhält.
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Was bedeutet für mich Familie?
Familie ist für mich eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig lieben, wertschätzen, unterstützen und einfach wissen, dass sie zusammengehören. Meine Eltern und meine Großeltern sind meine Wurzeln, und ohne ihre Liebe fühle ich mich leer. Dennoch können neue Menschen dazukommen in meine Familie. Mein Mann und meine Kinder sind dazugekommen, sie möchten auch dazugehören. In meiner Familie kann ich wachsen und stark werden, Ich kann aber auch schwach sein und weinen. Ich muss mich hier nicht verstecken. In einer Familie sollte es für mich auch möglich sein Kritik und negative Gefühle zu äußern. Konfliktbereitschaft - Probleme besprechen anstatt sie unter den Teppich zu kehren. In einer Familie sind für mich Ehrlichkeit und Vertrauen am wichtigsten . Unehrlichkeit zerstört Beziehungen und kann eine ganze Familie zerstören. Ehrlichkeit zu den anderen, aber auch zu sich selbst. Unehrlichkeit ist für mich nicht nur bewusstes Anlügen, sondern auch Verschweigen. In einer Familie ist Akzeptanz möglich. Jeder ist anders, jeder denkt und fühlt anders, jeder hat andere Erfahrungen und andere Werte. Und trotzdem wird keiner gedemütigt oder ausgelacht. In einer Familie verbringt man gerne Zeit miteinander und hat Spaß. Familie hat Priorität. In einer Familie lernt man voneinander. Ich bringe meinen Kindern vieles bei und meine Kinder bringen mir auch vieles bei. Auch von unseren Eltern und Großeltern können wir einiges lernen und sie können von uns lernen. Die jungen Generationen erhalten Unterstützung von den älteren Generationen, wenn Kinder da sind. Und wir jüngeren unterstützen unsere Eltern, wenn sie alt sind und Pflege benötigen. 

Eine Familie ist für jeden Menschen sehr wichtig. Und genauso wie Familie das größte Glück sein kann ist es auch möglich, dass sie das größte Unglück ist.

Was bedeutet für euch Familie?

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Sonntag, 18. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 18.Dezember


Etwas in mir ist un-heil.
Verletzt? Müde? Gestresst? Aus dem Gleichgewicht geraten?
Das Unheile in mir wird zum Unheil für andere.
Ich verletze, ich schotte ab, ich verliere den Respekt, ich verfüge über andere.
Das Unheil der anderen zieht Kreise.
Es trifft Freunde, es trifft Familie, es trifft Unschuldige, es trifft mich.
Das Unheil zieht Kreise, wird heillos.
Es bringt Streit, es verursacht Chaos, es schafft Leere, es verdeckt die Ehrfurcht.
Heiland, heile das Unheile in mir, bevor es Kreise zieht!

AGNES HUBER
(aus dem Impulskalender 2016)


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Samstag, 17. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 17.Dezember

Trotzdem

Die Menschen sind unvernünftig, irrational und egoistisch.
Liebe diese Mensche trotzdem.

Wenn du Gutes tust, werden dich die Menschen beschuldigen, dabei selbstsüchtige Hintergedanken zu haben.
Tue trotzdem Gutes.

Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde 
und wahre Feinde.
Sei trotzdem erfolgreich.

Das Gute, das du heute getan hast, wird morgen 
schon vergessen sein.
Tue trotzdem Gutes.

Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar.
Sei trotzdem ehrlich und offen.

Die Menschen bemitleiden Verlierer, doch sie folgen 
nur den Gewinnern.
Kämpfe trotzdem für ein paar von den Verlierern.

Woran du Jahre gebaut hast, das mag über Nacht 
zerstört werden.
Baue trotzdem weiter.

Die Menschen brauchen wirklich Hilfe, doch es kann sein, 
dass sie dich angreifen, wenn du ihnen hilfst.
Hilf diesen Menschen trotzdem.

Gib der Welt das Beste, was du hast, und du wirst zum 
Dank dafür einen Tritt erhalten.
Gib der Welt trotzdem das Beste.

Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit 
zwischen dir und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit 
zwischen dir und anderen.

(Mutter Teresa)

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Freitag, 16. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 16.Dezember


Unterbrich mich nicht, ich bete!

»Vater unser im Himmel.«

»Ja?«

»Unterbrich mich nicht! Ich bete.«

»Aber du hast mich doch angesprochen!«

»Ich dich angesprochen? Äh...nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser im Himmel.«

»Da - schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also, worum geht's?«

»Geheiligt werde dein Name...«

»Meinst du das ernst?«

»Was soll ich ernst meinen?«

»Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?«

»Es bedeutet...es bedeutet...meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet. Woher soll ich das wissen?«

»Es bedeutet, dass du mich ehren willst, dass ich dir einzigartig wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist.«

»Aha. Hm. Ja, das verstehe ich... Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden...«

»Tust du was dafür?«

»Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich bete doch! Außerdem gebe ich Geld für die Mission, für die Armen, für Misereor und für Brot für die Welt.«

»Ich will mehr. Dass dein Leben in Ordnung kommt. Dass deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass du von anderen her und hin anders denken lernst. Dass allen Menschen geholfen werde und Du von mir erzählst, auch deinen Kolleginnen und Mitarbeiterinnen. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden, denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich!«

»Warum hältst du das ausgerechnet mir vor!? Was meinst du, wieviele steinreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau die doch an!«

»Entschuldige. Ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du eine Botschafterin meines Reiches sein.«

»Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiter beten? Unser tägliches Brot gib uns heute...«

»Du hast Übergewicht, meine Liebe! Deine Bitte schließt die Verpflichtung ein, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen. Und außerdem - es gibt auch noch anderes Brot.«

»Du meinst das Brot, das die in der Kirche verteilen?«

»Ja, zum Beispiel. Du bittest darum, aber Du willst es gar nicht; sonst wärst Du letzten Sonntag gekommen. Dieses Brot ist mein Sohn, der dir helfen wird.«

»Helfen? Wobei? Mir geht's doch ganz gut...«

»Ja? Dann bete doch noch eine Bitte weiter...«

»Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern...«

»Und Thomas?«

»Thomas? Jetzt fang' du auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert, dass er mir jedesmal dermaßen überheblich entgegentritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen gemacht hat. Und das weiß er auch! Er lässt meine Meinung nicht gelten - nur das, was er sagt, ist richtig, dieser Typ hat...«

»Ich weiß, ich weiß. Und dein Gebet?«

»Ich meinte es nicht so.«

»Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit so viel Bitterkeit und Abneigung herumzulaufen?«

»Es macht mich krank.«

»Ich will dich heilen. Vergib' Thomas, so wie ich Dir vergebe. Dann sind Überheblichkeit und Hass die Sünden von Thomas und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld, ganz sicher verlierst du ein Stück Ansehen, aber es wird dir Frieden ins Herz bringen.«

»Hm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann.«

»Ich helfe dir dabei, ich schenke Dir Kraft und Nahrung. Durch das Brot meines Sohnes.«

»Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen...«

»Nichts lieber als das! Meide bitte Personen oder Situationen, in denen du versucht wirst.«

»Wie meinst du das?«

»Du kennst doch deine schwachen Punkte! Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chance!«

»Ich glaube, das ist das schwierigste Vaterunser, das ich je gebetet habe. Aber es hat zum ersten Mal was mit meinem Leben zu tun.«

»Schön. Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende.«

»Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.«

»Weißt du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen, mich ernst zu nehmen, aufrichtig zubeten, mir nachzufolgen und dann das zu tun, was mein Wille ist. Wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letztlich selbst glücklich macht.«

(Nach einer Idee von Clyde Lee Herring)

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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 15.Dezember


KANN MAN MIT GELD ALLES KAUFEN?

Tante Mathilde war gerade zu Besuch auf dem Sternöderhof, um ihre Weihnachtsgeschenke abzuliefern. Die fünfjährige Anna hörte die Stimme ihrer Taufpatin und stürmte freudig ins Wohnzimmer, um sie zu begrüßen. Als ihr die Tante ein paar Münzen zusteckte, strahlte sie übers ganze Gesicht, verschwand und kam umgehend mit einem vollen Sparschwein zurück.

Die Kleine fragte: »Du, Tante, mit Geld kann man doch alles kaufen, oder?« Die Tante meinte: »Na ja, vielleicht nicht alles, aber man kann sich viele Wünsche erfüllen.« Ganz aufgeregt murmelte das Kind vor sich hin: »Hoffentlich reicht das Geld.«

Die Tante war nun neugierig geworden und wollte wissen, für was sie denn so viel Geld brauche?
»Die Mama sagt immer, wenn sie sich ein paar Stunden Zeit kaufen könne, dann würde sie so gerne mit mir spielen. Tante, kannst du nicht in der Stadt für Mama ein paar Stunden Zeit kaufen, damit sie mehr Zeit für mich hat?«

Die Tante war gerührt und versprach, ihr Möglichstes zu tun.

Mathilde ging nachdenklich in die Küche, wo sie ihre Schwester mit hochrotem Kopf beim Putzen vorfand. Gleich fing diese an zu jammern, wie viel Arbeit sie habe, dass nur noch zwei Wochen bis Weihnachten seien und dass sie noch kein einziges Geschenk gekauft habe …

Die Tante unterbrach ihren Redeschwall, hielt ihr das Sparschwein hin und fragte, ob sie wisse, wofür Anna hier spare? Auf ihre Verneinung hin erklärte sie, dass Anna von diesem mühsam zusammengesparten Geld ein paar Stunden Zeit kaufen wolle, um die Mama auch mal für sich allein zu haben!

Betroffen wischte die Mutter ihre Hände an der Schürze ab und setzte sich auf einen Stuhl. Mathilde legte ihr die Hand auf die Schultern und sagte, noch bevor sie ging: »Weißt du, wenn deine Kinder groß sind, werden sie sich nicht an deine sauberen Fenster oder deinen perfekten Garten erinnern. Doch die Zeit, die du mit ihnen verbracht hast, bleibt für immer unvergessen!«

Die Mutter stellte den Putzeimer zur Seite und ließ ihre Arbeit ruhen. Sie band ihre Schürze ab und ging mit Tränen der Rührung ins Kinderzimmer.

(© Gisela Rieger; aus dem Buch „Geschichten, die dein Herz berühren“ ; ISBN 978-3-00-053788-2)

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Mittwoch, 14. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 14.Dezember


EINE ANDERE ART VON PREDIGT

Einst lebte in einem Dorf eine Krämerin namens Martha. Sie war eine 
freundliche und hilfsbereite Person, jedoch auch sehr neugierig und
kontaktfreudig. Da in ihrem Laden stets ein reger Austausch unter den
Kunden stattfand, hörte sie vieles, was in ihrem Dorf oder in der Welt
geschah. Wenn jemand Neuigkeiten erfahren wollte, erkundigte sich
dieser bei Martha. Manchmal fehlte ihr jedoch das nötige Feingefühl und
so plauderte sie stets alles weiter, was sie sah und hörte.

Im Laufe der Jahre wurde zum Leidwesen der Krämerin ihr Gehör immer
schlechter, so tat sie sich immer schwerer, den tuschelnden Gesprächen 
ihrer Kunden zu folgen. So geschah es, dass Martha ein Gespräch 
von zwei Frauen belauschte, die sich sehr lobend über ihren alten 
Herrn Pfarrer unterhielten. Aber da spielten ihr die Ohren einen bösen Streich
und sie vermeinte schlimme Dinge über den Pfarrer gehört zu haben.
So entstand wie im Flug eine hässliche Verleumdungsgeschichte über
den guten Mann, die sich weit über die Grenzen der Gemeinde hinweg
verbreitete.

Der Pfarrer, der von den üblen Gerüchten hörte, betrat den Laden der
Krämerin und sprach sie freundlich darauf an. Inzwischen hatte Martha
ihren Irrtum längst eingesehen und bedauerte ihre Worte zutiefst. Sie
versprach dem alten Pfarrer, alles unwahr Gesprochene wieder
richtigzustellen und bat ihn vielmals um Verzeihung!

Der Pfarrer sprach: »Gerne werde ich dir verzeihen, doch vorher bitte
ich dich um drei Gefallen.« Die beschämte Frau versprach ihm alles
zu tun, was er nur wünsche! So sprach er: »Als erstes schlachte eines
deiner Hühner und bringe mir dessen Federn.« Erleichtert Buße tun zu
können, eilte die Frau mit einem Korb Federn zur Kirche. 
Der kluge Pfarrer bestieg mit ihr den Kirchturm und oben angekommen, 
hieß er sie als zweites, den Korb Federn auf das Dorf hinab auszuleeren.

Als dies getan war, sprach er seinen dritten Wunsch aus: »Nun geh hin
und sammle alle Federn wieder ein!«
Erschrocken sprach die Krämerin: »Das ist unmöglich! Der Wind hat die
Federn bereits in alle Himmelsrichtungen verweht!«

»Siehst du«, sprach der weise Pfarrer, »Ein Gerücht einmal ausgestreut,
verbreitet sich durch alle Winde und wir wissen nicht wohin.
Wie könnte man jemals die gesprochenen Worte wieder alle zurücknehmen?«

(aus dem Buch "Inspirationen für`s Herz: Geschichten, Weisheiten und Zitate" von Gisela Rieger)


Hier findet ihr meinen gesamten 
Adventskalender: Wunderschöne Weihnachtszeit

Dienstag, 13. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 13.Dezember



Eines Tages, ich war gerade das erste Jahr in der Schule, sah ich ein Kind aus meiner Klasse nach Hause gehen. Sein Name war Michael. Es sah so aus, als würde er alle seine Bücher mit sich tragen. Ich dachte mir: "Warum bringt wohl jemand seine ganzen Bücher an einem Freitag nach Hause? Das muss ja ein richtiger Dummkopf sein." Mein Wochenende hatte ich schon verplant mit meinen Freunden also zuckte ich mit den Schultern und ging weiter.

Als ich weiter ging, sah ich eine Gruppe Kinder in seine Richtung laufen. Sie rempelten ihn an, schlugen ihm seine Bücher aus den Armen und schubsten ihn so dass er in den Schmutz fiel. Seine Brille flog durch die Luft, und ich beobachtete, wie sie etwa drei Meter neben ihn im Gras landete.

Er schaute auf und ich sah diese schreckliche Traurigkeit in seinen Augen.

Mein Herz wurde weich. Ich ging zu ihm rüber, er kroch am Boden umher und suchte seine Brille, und ich sah Tränen in seinen Augen. Als ich ihm seine Brille gab, sagte ich: "Diese Typen sind Blödmänner“. Er schaute zu mir auf und sagte: "Danke!" Ein großes Lächeln zierte sein Gesicht.Es war eines jener Lächeln, die wirkliche Dankbarkeit zeigten. Ich half ihm seine Bücher aufzuheben und fragte ihn wo er wohnt. Es stellte sich heraus, dass er in meiner Nähe wohnt, also fragte ich ihn, warum ich ihn vorher nie gesehen habe. Er erzählte mir, dass er zuvor auf eine Privatschule ging. Ich hätte mich nie mit einem Privat-Schul-Kind abgeben. Den ganzen Nachhauseweg unterhielten wir uns; und ich trug seine Bücher. Er war eigentlich ein richtig cooler Kerl.

Ich fragte ihn, ob er Lust hätte mit mir und meinen Freunden am Samstag Fußball zu spielen. Er sagte zu. Wir verbrachten das ganze Wochenende zusammen und je mehr ich Michael kennen lernte, desto mehr mochte ich ihn. Und meine Freunde dachten genauso über ihn.

Es begann der Montagmorgen, und auch Michael mit dem riesigen Bücherstapel war wieder da.

Ich stoppte ihn und sagte: "Oh Mann, mit diesen ganzen Büchern wirst du eines Tages noch mal richtige Muskeln bekommen". Er lachte und gab mir einen Teil der Bücher. Während der nächsten vier Jahre wurden Michael und ich richtig gute Freunde Als wir älter wurden, dachten wir übers College nach.

Michael entschied sich für Wien und ich mich für Salzburg. Ich wusste, dass wir immer Freunde sein werden und diese Kilometer zwischen uns niemals ein Problem darstellen würden. Er wollte Arzt werden und ich hatte vor eine Fußballer-Karriere zumachen.

Michael war Abschiedsredner unserer Klasse. Ich neckte ihn die ganze Zeit, indem ich sagte, er sei ein Dummkopf. Er musste eine Rede für den Schulabschluss vorbereiten. Ich war so froh, dass ich nicht derjenige war, der sprechen musste.

Am Abschlusstag, ich sah Michael. Er sah großartig aus. Er war einer von denen, die während der Schule zu sich selber finden und ihren eigenen Stil entwickeln. Er hatte mehr Verabredungen als ich und alle Mädchen mochten ihn. Manchmal war ich richtig neidisch auf ihn. Heute war einer dieser Tage. Ich konnte sehen, dass er wegen seiner Rede sehr nervös war.

Ich gab ihm einen Klaps auf den Hintern und sagte: "Hey, großer Junge, du wirst großartig sein!" Er sah mich mit einem jener Blicke (die wirklich dankbaren) an und lächelte. "Danke" sagte er.
Als er seine Rede begann, räusperte er sich kurz, und fing an.

Der Abschluss ist eine Zeit, um denen zu danken, die dir halfen, diese schweren Jahre zu überstehen. Deinen Eltern, Deinen Lehrern, Deinen Geschwistern, vielleicht einem Trainer.... aber am meisten Deinen Freunden. Ich sage euch, das beste Geschenk, dass ihr jemandem geben könnt, ist eure Freundschaft. Lasst mich euch eine Geschichte erzählen".

Ich schaute meinen Freund etwas ungläubig an, als er von dem Tag erzählte, an dem wir uns das erste Mal trafen. Er hatte geplant, sich an diesem Wochenende umzubringen.

Er erzählte weiter, dass er seinen Schrank in der Schule ausgeräumt hat, so dass seine Mutter es später nicht tun müsste und trug sein Zeug nach Hause.

Er schaute mich an und lächelte.

"Gott sei Dank, ich wurde gerettet." Mein Freund hat mich von diesen unsäglichen Sache bewahrt."

Ich konnte spüren, wie die Masse den Atem anhielt als dieser gutaussehende, beliebte Junge uns von seinem schwächsten Augenblick im Leben erzählte.

Ich bemerkte wie seine Mutter und sein Vater lächelnd zu mir herüber sahen, genau dasselbe, dankbare Lächeln. Niemals zuvor spürte ich solch eine tiefe Verbundenheit.

Unterschätze niemals die Macht Deines Handelns. Durch eine kleine Geste kannst du das Leben einer Person ändern. Zum Guten oder zum Bösen. Die Schöpfung setzt uns alle ins Leben des anderen, um uns gegenseitig zu beeinflussen, auf jede Art und Weise.

Gefunden bei http://www.lichtkreis.at

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Montag, 12. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 12.Dezember


Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: "Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines." Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.

Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken...Genau gesagt, waren an einigen Stellen tiefe Furchen, in denen ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an und dachten: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."

"Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau passen, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen fort, Seite an Seite.

URHEBER UNBEKANNT

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Sonntag, 11. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 11. Dezember


Eremiten-Tage 

Manchmal mag ich nicht mal meine Lieblingsmenschen sehen. Dann quäle ich mich einsilbig durchs Abendessen mit Mann und Kindern, lese vor, ohne zu verstehen, was ich sage, um dann, endlich, mit mir und meinen Gedanken allein zu sein. Wenn jemand mich mobil anruft, drücke ich ihn einfach weg. Meine Eremiten-Abende sind anderen nur schwer vermittelbar.

Ich war nicht immer so. Erst seit mein Leben übervoll ist mit 24-Stunden-Familie, Geschäftskontakten, Eltern von Freundinnen meiner Kinder und Bekanntschaften, halte ich die anderen manchmal nicht aus. Dann ist mir alles zu viel, ihre Geschichten, ihre lauten Stimmen. Alle wollen was von mir: Vorlesen, Kochen, Rat, Tat. Kurz bevor ich panisch um mich schlage, verstumme ich.

Die Sehnsucht nach dem Alleinsein geht bei mir seltsamerweise Hand in Hand mit dem Wunsch, wirklich dazuzugehören. Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich gegenseitig unterstützt. Neulich habe ich etwa einen Karton mit Ausgemistetem vor die Haustür gestellt und "zum Mitnehmen" drangeschrieben. Am Abend war der Karton leer und ich glücklich. In solchen Momenten würde ich am liebsten jeden, der vorbeikommt, umarmen. In dem Schwung rufe ich dann Freunde an, die ich gern sprechen möchte. Manchmal drückt mich einer von ihnen auf dem Handy weg. "Eremiten-Tag", denke ich dann und kann das nur zu gut verstehen.

(Ein Text von Sinja Schütte 
aus dem Adventskalender "Der andere Advent 2015")

Kennst du das Gefühl einfach nur alleine sein zu wollen?

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Samstag, 10. Dezember 2016

Wunderschöne Weihnachtszeit: 10.Dezember

Polly hilft der Großmutter von Astrid Lindgren
Ich wünschte, ihr könntet das Haus sehen, in dem Polly wohnte. Es war so klein und niedlich, dass man es beinahe für ein Märchenhaus halten konnte, wisst ihr, so ein Märchenhaus, in dem sonst Zwerge und Kobolde wohnen. Das Haus lag an einer engen, abfallenden Kopfsteinpflasterstraße im allerärmsten Teil der Stadt. Es war wirklich eine arme Straße, und die anderen Häuser dort waren nicht viel feiner als Pollys Haus.

Pollys Haus – was sage ich? Natürlich war es nicht Polly, die in diesem Haus schaltete und waltete. Das tat Großmutter. Großmutter, die Bonbons kochte und sie dann jeden Sonnabend auf dem Markt verkaufte. Ich nenne es aber trotzdem Pollys Haus. Wenn man vorbeiging, konnte man Polly auf der Steintreppe zur Straße hin sitzen sehen. Sie hatte die braunsten und fröhlichsten Augen und die rosigsten Wangen, die wohl jemals irgendein Kind gehabt hat. Und dann sah sie – wie soll ich sagen? –, sie sah so patent aus.


Ja, so patent! Deswegen hatte ja ihre Großmutter auch den Einfall gehabt, sie „Polly patent“ zu nennen. Großmutter sagte, Polly habe schon damals, als sie drei Monate alt war und in einem Körbchen lag, patent ausgesehen. Das Körbchen war eines Tages bei Großmutter abgestellt worden mit dem Bescheid, sie möchte sich um die Kleine kümmern, weil kein anderer da sei, es zu tun.

Oh, das Haus, wie war es niedlich! Zwei kleine Fenster gingen auf die Straße hinaus, und dort konnte man oft eine Nasenspitze und zwei fröhliche braune Augen sehen. Hinter dem Haus, gut beschützt durch einen hohen grünen Zaun, lag ein kleiner Garten – wenn man einen Platz, auf dem nur ein Kirschbaum und einige Stachelbeersträucher stehen, Garten nennen kann. Es gab natürlich auch ein kleines saftig grünes Stückchen Rasen dort, und da saßen im Frühling, wenn es warm und sonnig war, Polly und die Großmutter und tranken Kaffee. Das heißt: Großmutter trank den Kaffee. Polly tauchte nur Würfelzucker in Großmutters Kaffeetasse. Und dann warf sie den Spatzen, die auf dem Gartenweg umherhüpften, Brotkrumen zu.

Polly fand Großmutters Haus wunderschön, wenn es auch klein war. Abends, wenn sie auf das Küchensofa gekrochen war, wo sie schlief, und Großmutter am Küchentisch saß und Bonbonpapier zuschnitt, sprach Polly mit heller und klarer Stimme ihr Abendgebet. Ein Engel geht, von Gott gesandt, ums Haus, zwei Kerzen in der Hand. Er trägt ein Buch, er wirkt mir zu. Jetzt schlaf ich ein in guter Ruh.

Polly war sehr froh, dass ein Engel während der Nacht um ihr Haus ging. Es war so beruhigend. Sie war nur ein wenig in Sorge, wie er das alles tragen konnte, zwei Kerzen und ein Buch. Sie hätte sehr gern gesehen, wie er das machte und wie er dabei auch noch winken konnte. Polly sah oft aus dem Fenster in den Garten. Vielleicht konnte sie doch einmal den Engel sehen. Bis jetzt war es ihr noch nie geglückt. Sicher kam er immer erst, wenn Polly schon eingeschlafen war.

Als das geschah, wovon ich erzählen will, war Polly noch nicht sieben Jahre alt. Was geschah, war nicht besonders merkwürdig. Großmutter rutschte auf dem Küchenfußboden aus und verletzte sich ein Bein. Merkwürdig war das nicht, denn so etwas kann jeden Tag passieren. Aber es war nur noch eine Woche bis Weihnachten.

Denkt nur, was wurde aus den vielen Bonbons, die auf dem Weihnachtsmarkt verkauft werden sollten? Wer sollte das machen, wenn Großmutter im Bett lag und das Bein nicht bewegen konnte, ohne gleich vor Schmerzen zu stöhnen? Wer sollte den Weihnachtskuchen backen und die Weihnachtsgeschenke einkaufen und das Haus weihnachtsfein machen? „Das mache ich“, sagte Polly. Ich habe ja gesagt, sie war ein patentes Kind.

„Achachach“, sagte Großmutter in ihrem Bett, „gutes Kind, das kannst du doch nicht. Wir werden Frau Larsson fragen müssen, ob sie über Weihnachten auf dich aufpassen will. Und dann werden wir sehen, ob ich nicht ins Krankenhaus kommen kann.“
Da sah Polly patenter aus als je zuvor. Sollte sie Weihnachten bei den Larssons sein? Und Großmutter im Krankenhaus? Sollten Großmutter und Polly nicht Weihnachten so feiern, wie sie es gewohnt waren? Doch, das sollten sie, sagte Polly, bald sieben Jahre alt und mit den braunsten und fröhlichsten Augen der Welt. Und dann begann sie mit dem Weihnachtsgroßreinemachen.
Sie musste natürlich Großmutter fragen: Wie macht man Weihnachtsgroßreinemachen?

Polly hatte nur eine schwache Vorstellung davon, dass man zuerst einmal das ganze Haus auf den Kopf stellte, sodass die Möbel in wüstem Durcheinander herumstanden und alles so ungemütlich wie möglich wurde. Dann stellte man alles wieder zurecht, und es war Weihnachten. Großmutter meinte: „In diesem Jahr nehmen wir es mal nicht so genau. Wir kümmern uns nicht darum, die Fenster zu putzen.“ Davon aber wollte Polly nichts hören. Ohne saubere Gardinen konnte gar nicht Weihnachten sein, und saubere Gardinen konnte man doch nicht vor schmutzige Fenster hängen. Frau Larsson kam und half ein bisschen. Sie schrubbte den Fußboden in der kleinen Küche und in dem kleinen Zimmer. Sie putzte auch die Fenster. Aber alles andere machte Polly.

Ihr hättet sehen sollen, wie sie umherlief mit einem Tuch um den Kopf und dem Besen in der Hand! Sie sah unglaublich patent aus. Sie steckte saubere Gardinen auf. Sie legte Flickenteppiche auf den Küchenfußboden und staubte alle Möbel ab. Und zwischendurch musste sie alles liegen lassen und Kaffee für Großmutter kochen und Wurst und Kartoffeln braten. Im Herd musste sie selber Feuer anmachen. Ein Glück, dass es ein so guter Herd war! Polly stopfte das Zeitungspapier und das Holz hinein und blies. Und dann horchte sie aufgeregt, ob es knisterte. Und wie es knisterte. Großmutter bekam ihren Kaffee, und sie wiegte den Kopf hin und her und sagte: „Mein gutes Kind, wie könnte ich ohne dich fertig werden!“ Und Polly saß auf der Bettkante, einen großen Schmutzfleck auf der Nase, und tauchte ein Stück Zucker in Großmutters Kaffeetopf, bevor sie wieder ans Reinemachen ging.

Ja, aber nun die Bonbons, die schon fertig waren und auf dem Markt verkauft werden sollten. Wer sollte das machen? Polly und kein anderer! Aber Polly konnte doch nicht rechnen und die Bonbons auch nicht auf der kleinen Waage abwiegen, so wie Großmutter es tat, wenn sie in ihrem Bonbonstand auf dem Markt war. Aber Polly wusste, wie ein Fünfziger aussah. Das wusste sie! Großmutter musste sich im Bett aufrichten und die Bonbons in Tütchen einwiegen. Hundert Gramm in jedes Tütchen. Das wurden genau Fünfzigertütchen. Drei Tage vor Heiligabend war Weihnachtsmarkt. An dem Morgen war Polly früh auf, und Großmutter bekam ihren Kaffee ans Bett. „Gutes Kind“, sagte Großmutter, „es ist doch so kalt. Du frierst dir die Nase ab.“

Da lachte Polly nur. Sie war schon fertig, fertig für ihr großes, seltsames Bonbonabenteuer. Und wie sie angezogen war! Zwei dicke Jacken unter dem Mantel und die Pelzmütze heruntergezogen bis über die Ohren und einen dicken Wollschal um den Hals geschlungen und große rote Handschuhe an und dann Großmutters riesige Strohschuhe über ihren Stiefeln – wegen des Frostes. Und an ihrem Arm hing der Korb, voll von Bonbons. „Auf Wiedersehen, Großmutter“, sagte sie und ging in die Winterfinsternis hinein. Viele Menschen waren schon unterwegs auf den Straßen. Das war auch kein Wunder, denn es war Weihnachtsmarkt.

Es war wirklich kalt. Der Schnee knirschte unter den Strohschuhen, als Polly zum Markt ging. Aber drüben im Osten begann der Himmel herrlich rot zu werden. Es würde einen schönen Tag geben.
Frau Larssons Mann war so nett gewesen, Großmutters Stand am gewohnten Platz aufzubauen. Polly brauchte nur die Bonbontüten aufzustellen. Die anderen Marktfrauen starrten Polly verwundert an. „Hat Matilda denn den Verstand verloren? Soll die Kleine jetzt auf dem Markt stehen?“, fragten sie. „Ja, sie soll“, sagte Polly patent. Wie Rauch stand der Atem vor ihrem Mund, und ihre Augen leuchteten vor Eifer, als sie die Tüten aufstellte.

„Das ist doch wohl die kleinste Marktfrau, die ich je gesehen habe“, sagte der Bürgermeister, als er auf dem Weg zum Rathaus vorbeikam. Er kaufte zwei Tüten Bonbons und gab Polly ein blankes Einkronenstück. „O nein“, sagte Polly. „Ich muss zwei Geldstücke haben. Zwei Fünfziger müssen es sein!“ Da lachte der Bürgermeister und suchte nach zwei Fünfzigern. „Hier hast du sie“, sagte er. „Und die Krone kannst du auch behalten, du kleines patentes Kerlchen.“ Aber das wollte Polly nicht. „Ich muss zwei Fünfziger haben“, sagte sie. „Einen für jede Tüte. Das hat Großmutter gesagt.“ Und schob patent die Krone zurück.

Viele Käufer kamen zu Polly. Alle wollten sie von der allerkleinsten Marktfrau kaufen. Großmutters Bonbons, rot und weiß, süß und herrlich, waren aber auch die besten in der ganzen Stadt. Polly hatte eine Zigarrenkiste, in die sie das Geld hineinlegte, und es klapperte schon ganz schön. Aber nur von Fünfzigern. Andere Geldstücke erkannte Polly nicht an. Die anderen Marktfrauen wurden beinahe neidisch, als sie sahen, welch ein großartiges Geschäft Polly machte. Polly selbst war so froh und ausgelassen, dass sie kaum stillstehen konnte. Ha, auf so etwas würde sie sich werfen, Millionen, viele Millionen Bonbons würde sie kochen und dann jeden Tag auf dem Markt stehen!

Großmutter lag zu Hause in ihrem Bett und machte gerade ein Schläfchen, als Polly angestürmt kam und den Inhalt der Zigarrenkiste auf der Decke ausschüttete. Und der Korb war leer! Nicht ein einziger Bonbon war mehr da. „Gutes Kind“, sagte Großmutter, „wie könnte ich ohne dich fertig werden.“

Und dann das mit den Weihnachtsgeschenken! Großmutter hatte ja nichts im Voraus kaufen können. Sie hatte bis nach dem Weihnachtsmarkt damit warten wollen. Vorher hatte sie doch kein Geld! Nun lag sie da und konnte sich nicht rühren. Und Polly, die sich so sehnlich eine Puppe wünschte! Nicht irgendeine Puppe – nein, die süßeste Puppe der Welt! Söderlunds in der Hinteren Kirchgasse hatten sie. Viele Male hatten Großmutter und Polly sie sich angesehen. Und ganz heimlich hatte Großmutter schon Fräulein Söderlund gebeten, diese Puppe bis nach dem Weihnachtsmarkt zurückzulegen. Die Puppe hatte ein entzückendes Spitzenkleidchen, konnte schlafen und Mama sagen und war überhaupt ohne Frage die herrlichste Puppe, die es gab.

Großmutter konnte doch nicht Polly losschicken, damit sie sich ihr eigenes Weihnachtsgeschenk kaufte. Ja, da war guter Rat teuer. Aber was dachte sich Großmutter aus? Sie schrieb einen Zettel an Fräulein Söderlund, einen Geheimzettel. „Geheim“ stand groß darauf.

Eigentlich war das überflüssig, denn Polly konnte ja sowieso noch nicht lesen. Mit dem Zettel in der Hand lief Polly zu Söderlunds. Fräulein Söderlund las den Zettel lange und sorgfältig. Und dann durfte Polly in den Raum hinter dem Laden gehen, dorthin, wo es so geheimnisvoll roch. Nachdem sie da ein Weilchen gesessen hatte, kam Fräulein Söderlund, gab ihr ein großes Paket und sagte: „Geh jetzt hiermit direkt zur Großmutter. Und verlier das Paket nicht!“ O nein, das Paket verlor Polly nicht. Sie drückte nur ein bisschen daran. Sie hoffte ja, es wäre die Puppe, aber ganz sicher konnte man nicht sein.

Polly kaufte für Großmutter auch ein Weihnachtsgeschenk. Ein paar feine Fingerhandschuhe. Die hatte sich Großmutter schon lange gewünscht. War da jemand, der geglaubt hatte, dass es bei Polly und ihrer Großmutter kein richtiges Weihnachtsfest geben würde? In diesem Fall wünschte ich nur, er hätte am Weihnachtsabend einmal durch eins der kleinen Fenster in Pollys Haus hineingeschaut. Dann hätte er die sauberen Gardinen gesehen und die Flickenteppiche auf dem Boden und den schönen Weihnachtsbaum, der dicht bei Großmutters Bett stand. Polly hatte ihn selbst auf dem Markt gekauft und ihn mit Lichtern und Kugeln und Äpfeln und Nüssen geschmückt. Er hätte dann auch gesehen, wie Polly bei Großmutter auf dem Bettrand saß und wie die Weihnachtsgeschenke auf Großmutters Bettdecke lagen und wie Pollys Augen leuchteten, als sie das Paket öffnete und die Puppe sah. Vielleicht leuchteten sie noch mehr, als Großmutter ihr Paket aufmachte.

Und auf dem großen runden Tisch brannten die Kerzen in den roten Leuchtern. Da stand auch das ganze Festessen, das Polly zubereitet hatte. Natürlich hatte Großmutter ihr erklärt, wie sie es machen musste. Und Polly sang viele Weihnachtslieder, und Großmutter nickte mit dem Kopf und sagte: „So ein gesegnetes Weihnachtsfest!“

Als Polly am Weihnachtsabend endlich auf dem Küchensofa lag, war sie so müde, dass sie am liebsten auf der Stelle eingeschlafen wäre. Mit ziemlich schläfriger Stimme stotterte sie das Gebet von dem Engel, der ums Haus geht, und warf noch einen hastigen Blick aus dem Fenster in den Garten. Es schneite draußen, es war strahlend weiß.

„Großmutter!“, rief sie. „Weißt du, dass der ganze Garten voller Engel ist?“ Großmutter lag zwar im Zimmer, und das hatte nur Fenster zur Straße, aber sie sagte: „Ja, ja, gutes Kind, der ganze Garten ist voller Engel.“ Und dann schlief Polly ein, ihre Puppe im Arm.

© Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg. Aus dem Schwedischen von Karl Kurt Peters.


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Das wichtigste in meinem Leben ist meine Familie - mein Mann und meine Kinder, und unser Glauben an Gott. Außerdem findest du hier leckere Rezepte, die deinen Stoffwechsel und deine Fettverbrennung anregen. Und ihr erfahrt wie man durch gesunde Ernährung und Sport abnehmen kann.